
Am Pranger
Die Stierquäler lassen nichts unversucht, um in Ländern, die noch nicht vom Stierkampf infiziert sind, für ihr perverses Vergnügen zu werben. Sehr geschickt versuchen sie, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und bedienen sich dabei verschiedener Mittel und Komplizen:
Flamenco-Darbietungen, andalusische Tänze und Reiterspiele bei Folklorefestivals, Touristikmessen und Stadtfesten sind oft das Vehikel, mit dem Schleichwerbung für Stierkämpfe gemacht wird.
Fernsehen, Presse und Reiseführer lassen sich ebenfalls bereitwillig für den Stierkampf einspannen und geben in prächtig aufgemachten Reiseberichten Tipps für diese zweifelhaften kulturellen "Attraktionen".
Intellektuelle, Filmemacher, Schriftsteller und Künstler wandeln auf den Pfaden von Picasso und Hemingway und negieren in ihrer perversen Begeisterung den fürchterlichen Leidensweg der Stiere.
Werbeagenturen, Industrie und Handel meinen, mit dem Stierkampf Kunden einzufangen. Allmählich spricht sich jedoch auch bei ihnen herum, dass Tierfreunde zahlungskräftige Kunden sind und Werbung mit Tiequälerei abscheulich finden.
In der Reisebranche gilt es offenbar als besonders schick, Stierkämpfe als Reiseziel anzupreisen. Es ist jedoch ein Irrtum! Viele Kunden werden durch solche widerlichen Angebote abgeschreckt und ziehen Reiseveranstalter vor, die Tierquälerei nicht im Programm haben.
Einige der hier an den Pranger Gestellten ließen sich überzeugen, dass der Stierkampf reine Barbarei ist und sich nicht für die Werbung eignet. Deshalb berichten wir nicht nur von den schwarzen Schafen sondern auch von lobenswerten Beispielen, die wir auf einer gesonderten Seite herausstellen.
|
Burgschauspieler
Simonischecks Stierkampftheater
Peter Simonischek steht wieder bei den Salzburger Festspielen in der Rolle des Jedermann, dem Spiel eines sterbenden Mannes, auf der Bühne. Dem Burgtheaterschauspieler genügt es offensichtlich nicht, virtuell mit dem Tod im Scheinwerferlicht der Bühne konfrontiert zu sein. Deshalb zog es den Schauspieler noch vor Beginn der Proben nach Madrid, um dem Tod in der blutigen Realität des Stierkampfes ins Auge zu sehen. Seinen Besuch in der spanischen Metropole begann er mit einem Stierkampf. Dazu äußerte er sich in den OÖNachrichten vom 2. Juli 2007: "Das war immer schon ein großer Wunsch von mir. Zur Einstimmung habe ich mir Rainer Bischofs Buch 'Heilige Hochzeit' besorgt. Daraus habe ich schon viel gelernt. Zum Beispiel, dass der Begriff 'Kampf' in Spanien gar nicht vorkommt. Bei denen heißt es 'Fiesta de Toros'." 'Fiesta Funebre de Toros' wäre eine bessere Bezeichnung für diese Trauerfeier, bei der jährlich Tausende von Stieren zu Tode gemartert werden und die von vielen Spaniern als 'Fiesta Nacional' gefeiert wird. "Fürbass erstaunt war Peter Simonischek bei der Eröffnungszeremonie der Festspiele gewesen. Hatten sich da doch glatt Tierschützer mit bösen Transparenten gegen ihn eingefunden." Das berichteten die OÖNachrichten vom 30. Juli über die Eröffnung der Salzburger Festspiele. Ein großes Bravo für die mutige Überraschungsaktion! Besser hätte der Moment, dem irregeleiteten Burgschauspieler einen Spiegel vorzuhalten und dem Premierenpublikum sowie der Öffentlichkeit zu zeigen, was von der Stierkampfbegeisterung Simonischeks zu halten ist, nicht gewählt werden können.Angesichts der Proteste versucht Peter Simonischek nun seine Äußerungen in den OÖNachrichten vom 2.Juli abzuschwächen: "Ich meine, bevor man über etwas urteilt, soll man es gesehen haben. So war's mit mir und dem Stierkampf. Meine Meinung: Stierkampf ist etwas völlig Unzeitgemäßes. Doch mit dem Zeitgeist stehe ich ohnehin seit jeher auf Kriegsfuß." Auch wir stehen mit dem Zeitgeist, der die grausame Quälerei in den Stierkampfarenen als Tradition und Kultur entschuldigt, auf dem Kriegsfuß und erwidern Herrn Simonischek, dass die immer grösser werdende Anzahl von Menschen, die sich für Tiere einsetzten, keinem modischen Zeitgeist nachlaufen. Schließlich wird Simonischek in dem Bericht als Opfer dargestellt: "Zuvor hatte er schon freundliche Mails mit frommen Inhalten wie "Nicht der Stier soll verrecken, sondern Sie!" erhalten." Simonischek muss sich nicht wundern, wenn mit ihm nicht freundlich umgegangen wird. Jedoch Verwünschungen dieser Art oder Beleidigungen schaden unserer Ansicht nach unserem Kampf für die Tiere. Wir sollten versuchen zu überzeugen und Leute wie Simonischek mit höflicher Bestimmheit auf ihre Irrtümer hinweisen. Damit ist den gequälten Tieren mehr gedient! Keineswegs sind wir dagegen, wenn sich bei Protesten Wut entleert. Sie sollte jedoch im Zaum gehalten werden. Beleidigende und verletzende Äußerungen sind eine gefährliche Waffe, die unsere Gegner hoch erfreut aufnehmen und gegen uns verwenden. Mit Schnelligkeit und Einfallsreichtum reagierten die Tierschützer von RespekTiere aus Österreich auf das Gerede des Burgschauspielers Simonischeck. Bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele stellten sie sich als Stiere verkleidet mit Transparenten und einem Infostand vor das Festspielhaus und wiesen die Premierenbesucher - darunter viele Prominente - auf das Leid von Tieren und insbesondere auf das Gemetzel an Stieren hin, an dem sich Herr Simonischeck in Madrid so gerne ergötzen wollte. |
|
Ein österreichischer Philosoph verteidigt die
Fiesta
Unter diesem Titel berichtet die spanische Corrida-Webseite burladero triumphierend von einem Buch, dass der bekannte österreichische Komponist, Philosoph und Generalsekretär der Wiener Symphoniker Rainer Bischof zur Rechtfertigung des Stierkampfs verfasst hat. Heilige Hochzeit heißt das Werk, das treffender Blutige Hochzeit heißen sollte.
Das Werk ist im renommierten Verlag Böhlau Wien erschienen. Dem Autor geht es nicht um Überzeugungsarbeit für den Stierkampf, schwächt der Verlag auf seiner Webseite ab. Die spanischen Stierquäler von burladero sind eher vom Gegenteil überzeugt. Überzeugen Sie sich bitte im Buchhandel von der Tendenz des Buches und sprechen Sie darüber mit Ihrem Buchhändler. Auch Amazon bietet es an und ermöglicht auf seiner Webseite Lesern Rezessionen und Bewertungen. Rainer Bischof
versucht immer wieder, seine perverse Stierkampfleidenschaft bei kulturellen Veranstaltungen, die nicht im Geringsten mit der Barbarei des
Stierkampf zu tun haben, unterzumogeln. Über Bischofs Teilnahme an einem Berg-Webern-Symposium
der Alban-Berg-Stiftung im österreichischen Auen bei Schiefling schreibt die
KLEINE ZEITUNG aus der Steiermark: "Den Symposiums-Einstieg
gestaltete der Wiener Komponist Rainer Bischof. Der vielseitige Wiener hat vor
Kurzem ein Buch über den Stierkampf herausgegeben, dessen Verbindungen zwischen
den Ritualen und - man staune - der Sonatenhauptsatzform er
herausarbeitet." Wir sind ebenso erstaunt und fürchten, dass er mit
seinen absurden Ansichten Schlimmes anrichtet, denn "Bischof ist
nicht nur Vizepräsident der Alban-Berg-Gesellschaft, er versucht im heurigen
Sommer auch in der Zeit von 4. bis 11. August in Mürzzuschlag Kindern beim
Komponieren behilflich zu sein." Vor Bischofs fragwürdiger
Auffassung von der Sonatenhauptsatzform sollte zum Schutze der Kinder und der
Kultur dringend gewarnt werden. |
|
Chef von Ryanair posiert als
Torero
Michael O'Leary, Boss des Billigfliegers, ließ sich als Torero ablichten, als
er neue Fluglinien nach Spanien bekannt gab. Bei einer Pressekonferenz in Madrid |
|
Reiseangebot für Sadisten
"Während der 8 Tage herrscht Ausnahmezustand in der Altstadt! Und Verrückte aus der ganzen Welt ...kommen jedes Jahr wieder....Wer überlegt, einen Aufenthalt in dieser Zeit zu riskieren, sollte sich möglichst früh entscheiden. Die Reise beinhaltet Flug nach Bilbao, Transfer nach Pamplona ....und Stierkampf-Karten." Diese Ankündigung des Reisebüros Bergmann-Reisen aus Hamburg soll Reise- und Stierkampflustige zum Stierrennen und zur Corrida nach Pamplona locken. Weiß der Reiseveranstalter nicht, dass bei beiden Ereignissen Stiere einem ungeheuerlichen Stress ausgesetzt sind und in der Arena grausam zu Tode gequält werden? |
|
Iwanowski's Reisehandbuch
Madrid mit Stierkampftipps
Der Reisebuchverlag Iwanowski weiß nicht, Kultur von Kulturschande zu
unterscheiden und schreibt in seinem Reiseführer:
|
|
National Geograhic - Five Cultural Bests
In der internationalen Ausgabe von National Geographic vom Dezember 2002 wurde der Stierkampf als einer der fünf besten kulturellen Ereignisse Frankreichs gepriesen. Damals protestierten wir gegenüber der amerikanischen und deutschen Redaktion. Von der amerikanischen Redaktion erhielten wir nie eine Antwort. Doch schrieb uns immerhin die deutsche Redaktion, dass sie unsere Empörung gut nachvollziehen kann, aber leider keinen Einfluss auf den Inhalt des amerikanischen Magazins hat. |
|
Lidls Stierkampf-Schinken
Lidl kennt ebenfalls keine Scham, seinen Serrano-Schinken
(Marke Dulano) mit einem Stierkampfbild zu "schmücken". Auch die
Chorizo-Wurst, die in Frankreich angeboten wird, wirbt für das abscheuliche
Spektakel. Am 24.5.2007 antwortete Lidl augrund zahlreicher Proteste: "Vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben diesen zum Anlass genommen, unseren Verpackungsaufdruck zu überdenken. Erfreulicherweise können wir Ihnen mitteilen, dass wir sowohl den "Stierkampf"-Aufdruck auf unserem Serrano-Schinken der Marke "Dulano" als auch eine entsprechende Verpackung unserer in Frankreich verkauften Chorizo-Wurst umgehend ersetzen werden. Bitte beachten Sie, dass diese Veränderung einige Zeit in Anspruch nehmen wird." Bisher hat Lidl seinem Versprechen keine Taten folgen lassen. In der Zwischenzeit wurde die Verpackung der Chorizo-Wurst zwar geändert, doch nun prangt eine neuer Torero auf der Wurst. Das Versprechen von Lidl diente nur dazu die Proteste vorerst einmal abzuwiegeln. |
|
|
Aus für den Torero?
Ein spanischer Kulturkampf um die Corrida ist entbrannt
So lautet der Titel eines Artikels der Aspekte-Redaktion des
ZDFs über den
Stierkampf in Spanien. Wir erwarteten zumindest einen neutralen Bericht
über die Stierquälerei südlich der Pyrenäen. Eingangs schreibt die
Verfasserin über die Faszination, die der Stierkampf auf Intellektuelle
ausübt, und legt im folgenden Teil dar, dass die Corrida in nördlichen
Ländern und auch zunehmend in Spanien "meist als grausam
empfunden und abgelehnt" wird. Bis dahin schien
der Artikel ausgewogen zu sein. Doch der Schluss, mit "Unverzichtbares
Kulturgut" überschrieben, lässt an der Tendenz des Artikels
nicht mehr deuteln: ".....die Corrida geht weiter. Die Befürworter
sind stärker - bisher noch. Und das ist gut so. Die Corrida ist und
bleibt ein unverzichtbares Kulturgut von einzigartiger Tiefe und
Intensität, das nicht im globalisierten, marktorientierten
internationalen Einheitsbrei untergehen darf."
|
|
Bundeszentrale für politische Bildung verbreitet Infos über Corrida
Von der Bundeszentrale für politische Bildung sollte man eine kritische Position zum spanischen Stierkampf erwarten. Bei eurotopics, einem Pressedienst der Bundeszentrale, lesen wir ein Loblied auf den Stierkämpfer José Tomás, der im Juni nach langer Pause in der Arena von Barcelona wieder Stiere tötete . Der Artikel mit dem Titel Barcelona und die Corrida ist nicht auf dem Mist von eurotopics gewachsen, sondern ist eine unreflektierte Veröffentlichung eines Auszugs eines Artikels der spanischen Webseite abc.es, die dem Stierkampf durchaus freundlich gesonnen ist: «Der junge, populäre spanische Stierkämpfer José Tomás
hat am 18. Juni in der Arena von Barcelona einen großen Sieg errungen - in
einer Stadt, in der es viel Kritik an der Corrida gibt. "Drei Ohren und ein
triumphaler
Auszug auf den Schultern der Aficionados durch das große Tor - das war die
Bilanz dieses außergewöhnlichen Tages. Neben den Ereignissen in der Arena
zeigte der Auftritt von José Tomas auch, dass der Stierkampf in Katalonien sehr
wohl lebendig ist. Ultranationalisten und Republikaner geben sich zwar alle Mühe,
das Gegenteil zu behaupten, doch mit ihrer Kritik an der Corrida entfernen sie
sich von der großen Masse der Bürger, die, egal ob sie Fans sind oder nicht,
vor der Corrida großen Respekt haben... Der Kampf gegen nationale Symbole
wie die Hymne oder die spanische Flagge ist zum Scheitern verurteilt. Die
Menschen dieser Gesellschaft, die seit Jahrhunderten die spanische und die
katalanische Identität problemlos miteinander vereinbaren, sind von Natur aus
dagegen immun." »
|
|
National Geograhic - Five Cultural Bests
In der internationalen Ausgabe von National Geographic vom Dezember 2002 wurde der Stierkampf als einer der fünf besten kulturellen Ereignisse Frankreichs gepriesen. Damals protestierten wir gegenüber der amerikanischen und deutschen Redaktion. Von der amerikanischen Redaktion erhielten wir nie eine Antwort. Doch schrieb uns immerhin die deutsche Redaktion, dass sie unsere Empörung gut nachvollziehen kann, aber leider keinen Einfluss auf den Inhalt des amerikanischen Magazins hat. Um zu beobachten, ob National Geographic zum Wiederholungstäter wird, und als Beispiel, wie in den Medien unbedarft über den Stierkampf als kulturelles Highlight berichtet wird, informieren wir hier noch einmal über den Vorgang. Damit wollen wir es vorerst bewenden lassen und die Zeitschrift weiter im Auge behalten. |
| Baden-Württemberg verseucht Schüler mit Stierkampfthemen - Lesen Sie bitte den ausführlichen Bericht. |
|
Schule für Reitkunst
Puro Sangue Lusitano simuliert Stierkampf
Noch ist es nicht so weit, dass in der Alpenrepublik blutige Stierkämpfe ausgetragen werden. Doch eine "Schule für Reitkunst" aus dem Seeland zeigt in ihrem Schauprogramm anhand einer Stierattrappe, wie man Stiere quält. Die Besitzer dieser Lehranstalt haben ihr fragwürdiges Handwerk in Portugal gelernt und beglücken nun die Eidgenossen mit Simulationen von portugiesischen Stierkämpfen zu Pferde. Bekanntlich wird bei Stierkämpfen in Portugal der Stier nicht innerhalb der Arena getötet, sondern es wird ihm außerhalb der Gnadenstoss versetzt. Wir trauten unseren Augen nicht, als wir die Fotos von der zweifelhaften Schau der Schule für Reitkunst sahen, doch sehen Sie selbst. |
| Vom Pranger befreit |
19.09.2007