
Skandal!
Baden-Württemberg begeistert Schüler für Stierkampf
|
Möchten Sie als Eltern, dass Ihre Sprösslinge in der Schule mit Unterrichtsmaterial, das den Stierkampf verharmlost oder gar verherrlicht, für dieses grausame Spektakel begeistert werden und damit das Mitgefühl für leidende Lebewesen verlieren? Das Landesinstitut für Schulentwicklung des Landes Baden-Württemberg stellt solches Material auf seiner Webseite Schulen für den Spanischunterricht zur Verfügung. In fünf Beiträgen dieses Landesbildungsservers - wie sich diese Behörde nennt und besser Landesbildungsverderber genannt werden sollte - wird in dem dubiosen Bildungsangebot nicht ein einziges Mal der Stierkampf kritisch unter Tierschutzaspekten beleuchtet. Schlimmer noch, das entsetzliche Leid der Stiere wird durch diese einseitige Darstellung einer täuschenden farbenprächtigen Inszenierung maskiert. Überzeugen Sie sich bitte selbst!
Im ersten Beitrag
Entrevista con Juan Carlos Cabello, novillero
wird
von Schülern während einer Klassenreise ein Jungtorero der
Stierkampfschule von Malaga interviewt. Die Schüler stellen lauter
Gefälligkeitsfragen und versuchen nicht einmal,
das mörderische Handwerk dieses Burschen zu
hinterfragen. Lediglich stellen sie ihm eine naive
Frage zu seiner Meinung über die Stierkampfgegner. Sie können sich
vorstellen, welche "hohe" Meinung er von seinen Gegnern hat.
Dem spanischen
Torero Anrés Luque Gago wird im vierten
Artikel
El Torero habla
bereitwillig die Gelegenheit gegeben, sein grausames Handwerk zu
rechtfertigen. Er war von 1947 bis 1986 Stiertöter und hat "niemals
gesehen, das dem Stier Barbareien zugefügt wurden". Seiner Meinung
nach verhindert das strenge Reglement und die Anwesenheit
von Tierärzten, dem Präsidenten der Corrida und ein Vertreter der
Stierzüchter jegliche Unregelmäßigkeit. Darüber hinaus werden die
getöteten Stiere post mortem untersucht, um festzustellen, ob sie
regelwidrig umgebracht wurden. Den Stierkampfgegnern erwidert er, dass
"der mutige Stier ein Tier ist, das aussterben würde, wenn es keine
Stierkämpfe gäbe". "Die Stierfeste sind das einzige
Spektakel im 21. Jahrhundert, bei dem sich die Wahrheit offenbart."
Diesen arroganten Worten, die vom
Bildungsserver mit keinem Wort
kommentiert werden,
haben wir nichts hinzuzufügen.
Wie weit die Stierkampfmafia schon das übrige Europa verpestet hat, zeigt
ein weiterer
Beitrag,
der einen Stierkampf-Fanclub in Holland die Gelegenheit gab, sich
vorzustellen. Aufgrund heftiger Proteste unserer holländischen Freunde vom
Comité Anti Stierenvechten
wurde er vom Bildungsserver gelöscht.
Das
baden-württembergische Landesinstitut für Schulentwicklung präsentierte
darin den Schülern ihres Landes eine Rede des
Präsidenten des holländischen Stierkampffanclubs "La Peña Taurina de
Holanda" anlässlich eines Stierkampfkongresses in
Malaga. In seiner Rede beglückt dieser seine
spanischen Folterbrüder mit einer ausführlichen Rechtfertigung der iberischen
Tierquälerei und meint, dass die Argumente der Stierkampfgegner "weit
von der Realität entfernt sind". Was unsere
holländischen Freunde zum Stierkampf zu sagen haben, können Sie
auf ihrer
deutschsprachigen
Webseite
nachlesen. Das Comité Anti Stierenvechten ist eine der
mitgliederstärksten Antistierkampforganisationen in Europa,
was dem Redakteur des Bildungsservers aus dem Musterländle entgangen ist und
und dessen Erwähnung ihm nicht wert war. Beim Landesinstitut für Schulentwicklung:
Bei den politisch Verantwortlichen in der Regierung:
Mobilsieren Sie bitte auch die Landtagsfraktionen und Ihren Abgeordneten:
Wir danken Ihnen im Voraus für die Unterstützung dieser Aktion! |
17.01.2008