stop corrida

FRANKREICH: ZENSUR UND BELEIDIGUNGEN

Mit Haken und Ösen kämpfen die französischen Stierquäler, um nicht in den Strudel des Stierkampfverbots in Katalonien zu geraten und zeigen dabei eine Nervosität, die sie zu absurden Aktionen verleitet. Damit machen sie sich lächerlich und zeigen ihr wahres Gesicht. Nur mit Zensur, Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Heuchelei wissen sie, sich ihrer Haut zu wehren und offenbaren damit ein autoritäres Weltbild, in dem Mitgefühl mit leidenden Kreaturen und Respekt vor anders denkende Menschen keinen Platz haben.

Skandalöse Zensur eines unliebsamen Autors

ServatIn der kleinen südfranzösischen  Stadt Beaucaire am Ufer der Rhone wollte der Journalist, Bestsellerautor und gelegentlich Theaterregisseur* Henri-Jean Servat am 21. November im städtischen Theater einen Vortrag halten, in dem er über seine Begegnungen mit Prominenten aus aller Welt, von Hollywood bis zum Vatikan überden Elysee-Palast und dem Filmfestival von Cannes erzählen. Doch dazu kam es nicht, da der Bürgermeister der Stadt Servat den geplanten Auftritt mit der Begründung absagte, dass er als erklärter Stierkampfgegner einer Stierkampfstadt wie Beaucaire nicht zuzumuten sei.

Dabei hatte Servat überhaupt nicht die Absicht, über den Stierkampf zu sprechen, obwohl es eigentlich nahe liegt, in einer Stadt, in der regelmäßig Stierkämpfe stattfinden, darüber ein Wort zu verlieren. Vielleicht war der Bürgermeister dadurch irritiert, dass Servat der Fondation Brigitte Bardot zugunsten misshandelter Pferde die Einnahmen aus seinem Vortrag zukommen lassen wollte. Über diese nicht hinnehmbare Intoleranz war selbst ein stadtbekannter Stierkampfanhänger erbost und lud Servat ein, seine Präsentation in dem Saal seines Hotels zu halten.

Doch damit gab der Bürgermeister keine Ruhe und verbot einfach den Vortrag wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit. Dieses ServatVerbot wurde sogar noch von der Präfektur bestätigt. Das ist nicht das erste Mal, dass der verlängerte Arm der Regierung in Paris zugunsten der Stierquäler entscheidet. Das geschah auch in Rieumes, einer Vorstadt von Toulouse, als der Bürgermeister Jugendlichen unter 14 Jahren den Zutritt zur Stierkampfarena verbieten wollte und die Präfektur das Verbot aufhob. 

Schließlich fand der Vortrag trotzdem statt. Servat forderte seine Zuhörer auf, sich vor dem Hotel, in dem der Vortrag zum zweiten Mal unterbunden wurde, einzufinden und führte sie von dort zu einem Ort, der vorher nicht bekannt gegeben wurde. Siehe Foto links.


Dieser unglaubliche Vorfall, der die Runde in den französischen Medien machte, löste viele Proteste aus und stellte den Bürgermeister von Beaucaire und Parteigänger von SarkozyAficionado im Präsidentenamt, in der Öffentlichkeit als Despot bloß
. Schließen Sie sich bitte den Protesten an und schreiben sie an webmestre@beaucaire.fr mit dem Betreff „Servat“ einfach den Satz „Censure de Servat, c’est la dictature!“.
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 Henri-Jean Servat inszenierte 2005 die OperLa Traviata, indem er in der Stierkampfszene den Matador als sterbenden Stier darstellte.

Beleidigung einer englischen Partnerstadt

StockportAuch die südfranzösische Stierkampfstadt Béziers blamierte sich vor aller Öffentlichkeit. Nach 28 Jahren Partnerschaft mit Béziers beschlossen die Stadträte der englischen Stadt Stockport gegenüber ihrer befreundeten Stadt ihre ablehnende Haltung zur Corrida kund zu tun. Als Antwort darauf wurde die Stadt mit 150.000 Einwohnern von einer Flut von Drohungen und Beleidigungen überschwemmt.

Eine Äußerung des Stierkampfkorrespondenten der Zeitung Midi Libre „erfreute“ die Bürger von Stockport besonders: „Es würde mir niemals in den Sinn kommen, das Kricketspiel in England mit dem Argument zu verbieten, dass es sich um ein stupides Spiel handelt, bei dem man sich mit dem Schlagholz verletzen kann.“  Dann geht’s weiter: „Niemand zwingt die Leute von Stockport, partnerschaftliche Beziehungen mit einer Stierkampfstadt zu unterhalten. Es gibt viel latente Englandfeindlichkeit im Languedoc Roussillon und es braucht nicht viel, damit sie wieder entflammt.“  Diese Sätze sprechen für sich selbst! Wie die englische Presse darüber denkt, lesen Sie hier.

Auch die deutsche Stadt Heilbronn pflegt mit Béziers und auch mit Stockport partnerschaftliche Beziehungen. Bisher versuchten die Stierkampfgegner von Béziers den Stadtrat von Heilbronn zu bewegen, ebenfalls ihr Missfallen über die Stierquälerei in der Arena von Béziers auszudrücken. Offiziell ist darüber nichts bekannt. Bitte haken Sie bei der Büroleiterin des Oberbürgermeisters Frau Schmidt, die für die Beziehungen zu den Partnerstädten zuständig ist, nach: Mail an die Büroleiterin des Oberbürgermeisters

Wir bitten alle Heilbronner, die Béziers im Rahmen der Partnerschaft besuchen, sich nicht leichtsinnigerweise in die Stierkampfarena locken zu lassen und ihre Kontakte zu nutzen, um ihre Abneigung gegenüber dem grausamen Spektakel des Stierkampfs zu zeigen.

Lesen bitte auch unseren Artikel "Wohltätigkeitscorrida - Heuchelei und Stierquälerei".

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23.11.2010