stop corrida

WOHLTÄGKEITSCORRIDA - 

HEUCHELEI DER STIERQUÄLER



WohltätikeitLassen Sie sich das Wort "Wohltätigkeitscorrida" auf der Zunge zergehen. Hoffentlich wird es Ihnen dabei nicht übel. Doch diejenigen, dieses Wortmonstrum erfunden haben, sehen darin keinen Widerspruch und beabsichtigen damit auch nicht, das Leid zu Tode die geschundener Tiere mit Wohltaten aufzuwiegen. Sie sehen darin vielmehr eine zweifache Wohltätigkeit: Einerseits meinen sie, dem der Stier die einzigartige "Chance" zu geben, seine Würde und Kraft in der Arena zu beweisen und andererseits versuchen sie, mit wohltätigen Spenden der zunehmenden Ablehnung ihres Unwesens entgegentreten. Die Strategie des Reinwaschens ihrer Bluttaten, die auf Profitsucht und mafiöse Machenschaften beruhen, lässt sich jedoch nicht vertuschen und wird zunehmend von Wohltätigkeitsorganisationen zurückgewiesen, da diese erkennen, dass man das Elend ihrer Anvertrauten nicht mit Geld aus dem unsagbaren Leid gequälter Tiere lindern kann.

Etikettenschwindel

Im Jahre 2009 hat der Stierkampfclub der kleinen Stadt Rodilhan in der Nähe von Nîmes seinen Namen in "Toros y Caridad" (Stiere und Wohltätigkeit)  abgeändert. Der Verein sollte also der Wohltätigkeit dienen, nicht der der Stiere sondern von Menschen in Schwierigkeiten. Dieser Stierkampfclub hat wohl verstanden, gegen die ansteigende Ablehnung des perversen Vergnügens die Karte der Humanität zu spielen. Man sollte annehmen, dass dieses Ziel dann auch in den Statuten des Vereins festgeschrieben ist. Aber nichts ist davon zu lesen. Im amtlichen Anzeiger steht klar und deutlich „Förderung und Entwicklung des spanischen Stierkampfs in der Gemeinde Rodilhan“, das Wort Wohltätigkeit ist nicht zu finden. Ein kleiner Nebeneffekt, Wohltätigkeitsveranstaltungen sind von der Mehrwertsteuer befreit...

Mauscheleien

So schritten sie gleich zur Tat und bedachten in 2008 und 2009 eine regionale Organisation, die sich um das Wohl schwerstkranker Kinder in Krankenhäuser und deren Eltern kümmert, mit ihrer Großzügigkeit. Dieser Stierkampfclub hat wohl verstanden, dass gegen die ansteigende Ablehnung ihres perversen Vergnügens die Karte der Humanität zu spielen. Wohlgemerkt, diese bedauernswerten Kinder bedürfen dringend einer zusätzlichen Unterstützung von privaten Organisationen, die das Gesundheitswesen nicht leisten kann. Doch gewisse Funktionäre dieser Organisationen können ihr soziales Engagement nicht von ihren ungesunden Verbindungen zu den Stierkampforganisationen und ihrer scheußlichen Leidenschaft trennen. So rühmte sich die von dem Stierkampfclub bedachte Organisation der Verbindung mit einem bekannten Torero und machte auf ihrer Webseite keinen Hehl von ihrer Verbundenheit mit dem spanischen Stierkampf. Erst nach einigen Protesten wurde die Webseite von diesen Hinweisen gereinigt.

Kinderträume

In diesem Jahr hat der Club „Stiere und Wohltätigkeit“ beschlossen, eine andere ähnliche Wohltätigkeitsorganisation mit dem Namen „Rêves“ (Träume), deren Präsidentin im Stierkampfmilieu verankert ist, mit dem Blutgeld einer Wohltätigkeitscorrida zu beglücken. Allerdings wurde der blutige Geldsegen von der nationalen Direktion dieser Institution nicht willkommen geheißen und mit der Begründung zurückgewiesen, dass die Misshandlung von Tieren nicht mit der Erfüllung von „Träumen“ von Kindern zu vereinbaren sind. „Rêves“ folgte damit dem Beispiel der Stiftung Laurette Fugain, nach der Tochter des Sängers Michel Fugain benannt, die sich der Erforschung  der Leukämie widmet und die sich ebenfalls nicht der schmutzigen Stierkampfgelder bedienen wollte. Drei weitere Organisations wiesen ebenfalls das Blutgeld zurück, darunter Restos du Coeur, von den Franzosen sehr geschätzte Institution, die mit Armenspeisung sehr viel Elend lindert.

Blutgeld für HaitiHaiti

Unter den Empfängern des Blutgeldes findet sich auch eine Organisation, die den von den Erdbeben auf Haiti betroffenen Kindern hilft. Diese Organisation kam in den Genuss des Überschusses, der anlässlich eines Stierkampfs am 13. Mai dieses Jahres in der Arena von Nîmes erzielt wurde. Die sehr medienwirksame Veranstaltung, bei der Startorero Sébastien Castella das Blut fließen ließ, wurde von dem windig-wendigen Stierkampfpromoter Simon Casas mit dem monströsen Titel „1 Millionen für Haiti“ veranstaltet und diente dem Zweck, mit dem Drama auf der Karibikinsel das Drama in den Arenen rein zu waschen. Nur 200.000 €, weit entfernt von den anvisierten 1 Millionen, waren die Zuschauer bereit, für das Elend in Haiti zu spendieren. Das war die Hälfte des Betrages, mit dem die Stadt Nîmes mit Steuergeldern in der Stierkampfsaison einen Wettbewerb junger Toreros finanzierte.

Unesco als Komplize

Die Stadt Nîmes versteht es auch die UNESCO-France, für die Stierkampf nahe „Feria der Kinder“ vor ihren Wagen zu spannen. Bei diesem groß angelegten Kinderfest wird unverhohlen versucht, die teilnehmenden Kinder mit unblutigen Scheinstierkämpfen, tienta genannt, und Stierrennen für die Corrida zu begeistern. Schon einmal hat  UNICEF-France den Stierkampfveranstaltern einen Gefallen erwiesen, indem sie  vor ein paar Jahren Nîmes mit seiner Toreroschule und der Kinder-Feria und die Stadt Arles ebenfalls mit einer Toreroschule, einer Kinder-Feria und Freikarten für Stierkämpfe zu kinderfreundlichen Städten erklärt hat. Erinnern wir uns, dass in Artikel 19 der UNESCO-Konvention steht: „Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs-, Sozial- und Bildungsmassnahmen, um das Kind vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Schadenszufügung oder Misshandlung (...) zu schützen“

Quelle: www.veterinaires-anticorrida.fr

Über die krampfhaften Bemühungen der Stierquäler, den Stierkampf von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe erklären zu lassen, lesen Sie bitte in einem Extra-Dossier.


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22.11.2010