stop corrida

"Der Stier, eine gefährliche Bestie" - eine dreiste Propagandalüge der Stierquäler



Fadjen

Können Sie sich vorstellen, einen Stier bei sich zuhause als Haustier zu halten? Natürlich können Sie ihn nicht in Ihrer Wohnung mit Ihrem Fiffi das Körbchen teilen oder ihn etwas bequemer auf dem Balkon wiederkäuen lassen. Doch wenn Sie hinter Ihrem Haus eine genügend große saftige Wiese haben, wäre er mit dieser Möglichkeit sehr zufrieden. Was halten Sie davon?


Also, wenn Sie mutig genug sind und sich dazu entschließen sollten, dürfte eigentlich das größte Hindernis nur der Widerstand Ihrer Nachbarn sein, besonders wenn sie gerade ihren Urlaub in Spanien verbracht haben. Die sich ihnen dort überall aufdringende Stierkampfpropaganda, liess
sie glauben, dass bei der Corrida der tapfere Torero im fairen Kampf auf Leben und Tod einem „wilden Raubtier“ gegenüber steht, das ihm Wut schnaubend nach dem Leben trachtet, vergleichbar mit den Löwen, mit denen im alten Rom Sklaven um ihr Leben kämpften. Was Ihre Nachbarn vielleicht auch beunruhigt, ist, dass das „tierische Monster“ manchmal auch Zuschauer ins Visier nimmt und sie ins Jenseits befördert. 
Unter diesen Voraussetzungen werden Sie Ihre Nachbarn kaum als Freunde gewinnen. Trotzdem sollten Sie nicht aufgeben und Ihre Nachbarn von der Harmlosigkeit Ihres Vorhabens zu überzeugen.  Wir möchten Ihnen anhand eines guten Beispiels zeigen, wie es Ihnen gelingen kann.

In der Bretagne gibt es einen Mann, der Ihnen als Vorbild dienen könnte. Er heißt Christophe Thomas und war schon in seiner Kindheit geschockt, als er ein schreckliches Bild von einer Corrida sah. Schon damals hatte er sich geschworen, einen Stier vor diesen schrecklichen Torturen, denen er in der Stierkampfarena ausgesetzt ist, zu retten. Als Erwachsener machte er seinen Traum wahr und erwarb von einem Züchter spanischer „Kampfstiere“ ein fünf Wochen altes Stierkalb. Fadjen, wie Christophe seinen neuen Freund nannte, wurde damit das Schicksal erspart, bei einem Stierkampf nach einer 20minütigen Agonie unter dem Applaus eines sadistischen Publikums zu sterben. Nachdem die bürokratischen Hindernisse genommen waren, konnte Fadjen unbeschwert auf der Weide hinter Christophes Haus herumtoben. Warum sollten Sie das nicht auch meistern?


Christophe
wohnt allerdings auf einem Bauernhof, was vieles erleichtert. Sein Zögling passte sich schnell an und lernte sofort fern von seiner Mama an der Milchflasche zu nuckeln. Inzwischen ist er eineinhalb Jahre alt und fühlt sich in seiner neuen Heimat pudelwohl. Er ist ein junger Mann geworden, ein wahrer Softie und sehr anhänglich. So könnten alle Stiere sein, wenn man sie nur ließe. Vergessen wir nicht, Stiere sind als Rinder von Natur aus friedliebende und keineswegs aggressive Pflanzenfresser, von denen viele durch gewissenlose Menschen verdorben und zur Aggressivität erzogen werden. In der Stierkampfarena kommt diese Aggressivität voll zum Ausbruch, wenn der Stier von den Spießen und Lanzen seiner Folterknechte blutig zugerichtet wird und durch den höhnischen Applaus der Zuschauermeute unerträglichen Stress und Schmerz erfährt. 

Angesichts der Tatsache, dass auch im Süden seines Landes Tausende von Stieren jährlich zu Tode gequält werden, entschied sich Christophe, mit Fadjen die öffentliche Meinung für das traurige Los der „Kampfstiere“ zu sensibilisieren. Er schuf eine Internetseite, auf der er die Entwicklung des jungen Stieres dokumentiert. Dort finden Sie Fotos und vor allem Videos, die zeigen, wie die beiden Freunde zusammen ihre Siesta verbringen, wie Fadjen Fußball spielt , wie zwei Ziegen auf ihm herumhopsen  oder wie er freundschaftlich mit einem Ziegenbock boxt. Wie kann man besser beweisen, dass der Stier im Grunde genetisch einen sanften und friedfertigen Charakter hat?


Christoph
entschied sich nun, nicht nur im Internet und durch die Medien sondern auch im reellen Kontakt das Publikum von dem friedlichen Charakter seines Schützlings zu überzeugen. Im Juni 2011 begann er mit Fadjen in der Bretagne herumzureisen und öffentlich zu zeigen, dass ein Stier kein Monstrum ist, das nur darauf lauert, Menschen mit seinen Hörnern aufzuspießen. Besonders beeindruckend war der Besuch in einer Schule, wo Fadjen inmitten einer Schulklasse sich äußerst wohl fühlte. Die Kinder waren entsetzt darüber, dass es Menschen gibt, die Stiere wie Fadjen beim Stierkampf grausam zu Tode quälen.

Christophe und Fadjen werden weiterhin dafür eintreten, das Lügengebäude der Stierquäler zum Einsturz zu bringen. Die Behauptung, beim Stier „handelt es sich um ein aus seiner Wildheit, seinem Ursprung für das Kämpfen und damit für das Töten und Tod bestimmtes und existierendes Tier“ (Bischoff, Heilige Hochzeit), wird mit Fadjens Beispiel ad absurdum geführt. Die grausame Tötung dieser stolzen Tiere in den Arenen Südeuropas und einigen lateinamerikanischen Ländern ist eine Kulturschande, deren Erhebung in den Rang eines Immateriellen Weltkulturerbes unter dem schützenden Dach der UNESCO  zu wehren gilt.

Das Titelbild wurde uns freundlicherweise von der Künstlerin April Turner - www.april-turner.com - zur Verfügung gestellt. 

Abonnieren Sie bitte unseren Newsletter

Willkommen

Aktionen

Kontakt

Wer wir sind


29.07.2011