Frankreich:  Staatliche Forschung für Stierkampf

Frankreichs staatliche wissenschaftliche Institute haben keine Scham, für die Tierquälerei zu forschen! Nach einem Bericht der Zeitung Midi Libre vom 21.9.2004 wurde das nationale landwirtschaftliche Forschungsinstitut INRA von der Vereinigung der Stierkampf-Veterinäre beauftragt, nach einem neuen Typ von Kampfstieren zu forschen. Schwache Stiere und solche, die sich unlustig den Toreros verweigern, sollen genetisch ausgemustert und durch eine neue aggressivere Generation ersetzt werden.

In der Stierkampfarena der südfranzösischen Stadt Nîmes wurde ein Laboratorium der INRA eingerichtet, um toten Kampfstieren Proben zu entnehmen: Von Muskeln, um deren Eigenschaften und Kontraktionen kennen zu lernen; von der Leber, die den „Brennstoff“ für die Muskeln liefert; vom Blut, um dessen Sauerstoffgehalt festzustellen. Wie beim Hochleistungssportler möchten die Wissenschaftler wissen, wie der „toro bravo“ seine Energie freisetzt. Beobachtungen und Filmaufnahmen während der Stierkämpfe sollen weiteres Material liefern. Außerdem wollen die Forscher Vergleiche mit anderen Rinderrassen anstellen, um zu ergründen, ob die Eigenschaften der Kampfstiere Rasse bedingt sind.

Das ganze Projekt wird von dem Verband der Stierkampfstädte Frankreichs finanziert. d.h. letztlich vom französischen Steuerzahler. Man kann sogar vermuten, dass direkt oder indirekt  auch Mittel aus dem Agrarhaushalt der Europäische Union fließen. Wieder einmal werden Steuergelder für die Stierkampfmafia verschwendet, obwohl ca. 80% der Franzosen die Corrida ablehnen. Ist es nicht schon genug, dass über 60 französische Städte, in denen Stiere grausam zu Tode gequält werden, die Organisation von Stierkämpfen als Volksbelustigung subventionieren?

 

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8.09.2007