
KIRCHE SEGNET TOREROS
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Der heilige Franz von Assisi würde sich im
Grabe umdrehen, wenn er wüsste, wie die katholische Kirche sich gegenüber den
grausamen Praktiken des Stierkampfs verhält.
Jährlich nehmen viele Tierfreunde
seinen Festtag am 4. Oktober zum
Anlass, die Kirche an den von Gott geschaffenen Bund zwischen Menschen und
Tieren zu erinnern (1. Buch Moses,
Kap 9, Art. 8-10). Besonders in den Stierkampf-Ländern muss sich die katholische
Ausgerechnet
in den antiken Arenen,
den Stätten
des christlichen Martyriums,
wird
den Stiertötern der Segen der Kirche ihrem grausamen Handwerk
erteilt.
Zu
diesem Zweck wurden
in den alten römischen Gemäuern
der
Arenen der
französischen Städte Nîmes und Arles kleine Kapellen eingerichtet, in denen ein „aumonier“ dem Torero
geistlichen Beistand
leistet. Als „aumonier“ werden in der französischen
Sprache auch Gefängnisgeistliche und Militärpfarrer genannt, die ihren Auftrag
normalerweise
nicht mit der Verherrlichung von Folter und Töten verbinden. Anders verhält es
sich mit den Corrida-Geistlichen, die sich geradezu als fanatische Missionare
des blutigen Gemetzels aufführen, anstatt den Tierquälern
eindringlich
ins Gewissen zu reden.
Einer dieser fehlgeleiteten
Geistlichen
fühlt
sich
sogar
berufen, in öffentlichen Auftritten den
Stierkampf als Liturgie zu preisen oder mit dem griechischen
Tragödie
zu
vergleichen - nur mit dem Unterschied, dass sich am Ende des Schauspiels
die
"Toten"
wieder erheben. Ein
anderer empfindet den Stierkampf sogar als
Augenblick des Friedens - eines Friedens, den die Folterer
den Stieren
mit dem Todesstoss gewähren. Dass
Toreros
nur
in sehr seltenen Fällen von Stieren
aufgespießt werden und
dagegen
in über 99 % der blutigen Spektakel die Stiere dran
glauben müssen,
ist wohl
dem Segen der Kirche
zu verdanken, der den Tieren offensichtlich nicht teil
wird.
Bisher hat die katholische Kirche zu
der
fatalen Verbindung
ihrer Würdenträger mit dem mörderischen
Geschäft der Stierkämpfer trotz zahlreicher Proteste nicht einmal Stellung
bezogen. Im Gegenteil, der vom Stierkampf begeisterte „aumonier“ der Arena
von Nîmes brüstet sich damit, dass er keine Probleme mit seiner Hierarchie
hat: „Der Bischof von Nîmes kommt regelmäßig in die Arena...und er ist
begeistert.“
Anlässlich
der Frühlingscorrida veranstaltete der priesterliche Stierkampf-Fan in der
Arena von Nîmes sogar ein Treffen der Stierkampfpriester aller großen
Stierkampfarenen
der Welt.
Sollten wirklich alle Geistlichen Iberiens und Südamerikas, die mit kirchlichem
Segen
die Barbarei
seelsorgerisch begleiten,
daran teilgenommen haben,
dürfte
in der Arena
kaum noch
Platz für andere
„aficionados“ und Blut dürstende Touristen geblieben
sein. In Ländern
jenseits der Pyrenäen und des Atlantiks ist die Verbundenheit der Kirche mit dem
Stierkampfwesen noch wesentlich stärker als in Südfrankreich. Dort sind
Stierkämpfe Mittelpunkt und fester traditioneller Bestandteil von religiösen
Festen.
Die passive Haltung der katholischen Kirche gegenüber dem Grauen des Stierkampfes und die Duldung der Aktivitäten der „aumoniers“ durch die Kirchenleitung ist ein Skandal! Jedoch nicht alle Geistlichen teilen die blutrünstige Leidenschaft ihrer Kollegen. Ebenso formiert sich bei den Laien der Kirche starker Widerstand gegen die Barbarei in den Arenen. Über 400 Jahre ist es her, dass Papst Pius V. in der Bulle De salute gregis mit ewiger Gültigkeit Kämpfe gegen Tiere unter Androhung von Exkommunizierung verboten hat. Gleichermaßen untersagt die Bulle dem Klerus an diesen Kämpfen beizuwohnen. Heute ist die immer noch gültige Bulle vergessen und von Exkommunizierung keine Rede mehr. Die Befolgung des päpstlichen Dekrets würde die Kirchen in den Stierkampfländern empfindlich treffen, denn sie müssten alle Pfarrer schassen, die bei Stierfesten den Folterknechte der Corrida ihren Segen geben. |
03.12.2008