Heisser Ferientipp: 

Luxusherberge an der Côte d'Azur

Wenn Sie in diesem Jahr noch nicht wissen, wo Sie Ihre Ferien verbringen können, möchten wir Ihnen einen heißen Tipp geben. Ob Sommer oder Winter, zu jeder Jahreszeit wird Ihnen unsere Empfehlung zur verdienten Erholung vom Stress des Alltags verhelfen.

Wie wäre es mit einem Aufenthalt im Hotel Negresco in Nizza? Dieses prachtvolles Luxushotel (5 Sterne! - vielleicht auch mehr?) gilt als eine der besten Adressen in der Welt. Die Lage ist fantastisch: Mit unverbauten Blick aufs Mittelmeer trennt Sie als Hotelgast nur die mondäne „Promenade des Anglais“ vom Badevergnügen an einem Privatstrand. 

Das Hotel wurde 1912 an der berühmten "Baie des Anges" gebaut und steht seit 1974 unter Denkmalschutz. Die Eigentümerin Madame Augier hat das Interieur des Hotels sehr geschmackvoll ausgestattet und mit antiken Möbeln und erlesenen Kunstgegenständen eingerichtet. Ebenso erlesen sind die Gäste, und das Gästebuch liest sich wie ein Gotha der Prominenz aus aller Welt. Doch überzeugen Sie sich selbst: Ein virtueller Rundgang durchs Negresco zeigt, dass wir Ihnen nicht zu viel versprochen haben.         

Wie sollte es auch anders sein, mit unserer Empfehlung haben wir einen Hintergedanken: Madame Augier ist ebenso wie wir eine entschiedene Gegnerin des in Südfrankreich immer mehr um sich greifenden Stierkampfes. Antistierkampfposter in Vitrinen und der Ladenzeile des Hotels lassen die Gäste über ihre Meinung  gegenüber dieser abscheulichen Tierquälerei nicht im Unklaren. In ihrem Hotel gibt Madame Augier den Stierkampfgegnern Gelegenheit, in Vorträgen und Filmvorführungen die Tierquälerei beim Stierkampf anzuprangern. Bei diesen Veranstaltungen werden Sie vielleicht so manchen Prominenten treffen, zm Beispiel Brigitte Bardot, die als engagierte Tierschützerin häufig in dem Nobelhotel weilt, oder Alain Delon, der mit vielen anderen Prominenten die Anticorrida-Erklärung der CRAC unterzeichnet hat.

 

Natürlich kann die Eigentümerin nicht von jedem Gast verlangen, sich gleich beim Einschecken gegen den Stierkampf zu erklären. Doch, wenn es sich ergibt, hält sie kein Blatt vor den Mund und überreicht ihren Gästen zur Unterstützung ihrer Argumente schon einmal ein Video mit dem Antistierkampffilm "Die Schande" von Thierry Hély, dessen Poster gleich am Eingang die Gäste empfängt. Der Moskauer Bürgermeister Youri Loujkov kann davon ein Lied singen. Als er nach anfänglicher Skepsis und langen Diskussionen mit Madame Augier diesen Film sah, gab er letztendlich Madame Augier schwarz auf weiß seine Ablehnung des Stierkampfs kund.

 

Madame Augier zögerte auch nicht, im Jahr 2007 vor ihrem Hotel ein 3 mal 4 Meter großes Plakat aufzustellen, dass während der ganzen Feriensaison allen Passanten und Feriengästen eindeutig zeigte, was sie vom Stierkampf hält, der in Südfrankreich schon mehr als 60 Städte verpestet. Die Aufstellung des Riesenposters im Rahmen einer Plakataktion von CRAC erweckte in ganz Frankreich großes Aufsehen und gab den französischen Stierkampfgegnern starken Rückenwind.

 

Madame Augier denkt nicht nur an heute, sondern möchte auch nach ihrem Ableben sicherstellen, dass mit ihrem Vermögen der Tierschutz unterstützt wird. Sie beabsichtigt deshalb, ihren ganzen Reichtum einer Stiftung zu hinterlassen, die sich nach ihrem Ableben um die Not von aufgegebenen und gequälten Tieren kümmern wird. Mit ihrem Testament sichert sie zugleich das Fortbestehen eines der schönsten und luxuriösesten Hotels der Welt vor den Klauen eines Investors: „Ich möchte sicher sein, dass für meine 260 Mitarbeiter das Leben weitergeht und dass sie nicht auf dem Altar der Rentabilität geopfert werden.“  Die Erträge der Stiftung, die den Namen ihres Vaters „Mesnage“ tragen wird, kommen dem Tierschutz zugute, den sie schon immer großzügig bedacht hat. Mit ihren Spenden wurden zahlreiche Tiere vor der Euthanasie bewahrt, Tierheime vor dem Ruin gerettet und tierversuchsfreie Forschung gefördert. Madame Augier ist mit ihren 86 Jahren erleichtert, dass mit ihrem Entschluss eines Tages ihre Arbeit fortgeführt wird und kann nun „mit leichtem Herzen diese Welt verlassen“.

 

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27.04.2009